Suche
1970–1979
Konsolidierung und erste Einschränkungen

1975, Haltestelle Hochzeitshaus in der Osterstraße vor dem Textilgeschäft Warnecke, mit Wagen 60, dem ersten Gelenkbus der KVG
  • Schlaglichter aus den 1970er Jahren

  • 1970 hat die KVG erstmals mehr als neun Millionen Fahrgäste befördert. Damit wurde ein neuer Fahrgastrekord aufgestellt. Wegen der sogenannten Ölkrise 1973 reagierte die KVG auf das Fahrverbot an den vier autofreien Sonntagen mit einer Ausweitung ihres Fahrtenangebots. 1975 nahm die KVG ihren ersten Gelenkbus in Betrieb. Bis 1982 wurden die Anderthalbdecker durch diesen Fahrzeugtyp ersetzt. Im Januar und Februar 1979 behinderte ein ungewöhnlich heftiger Wintereinbruch auch den Busverkehr erheblich.14
Tarifkooperationen mit Bundesbahn und Bundespost und ihrem Nachfolgeunternehmen Regionalverkehr Hannover (RVH)

Mit dem Sommerfahrplan 1974 erhielten die Ortschaften Haverbeck, Halvestorf und Wehrbergen mit den Linien B und F den lang erhofften Anschluss an das KVG-Stadtnetz.

In diesem Zusammenhang wurde auf diesen Strecken eine Tarifkooperation mit der Bundesbahn bzw. Bundespost eingeführt. Fahrgäste konnten ab sofort auch die Bahn- oder Postbusse zwischen Hameln und den drei Orten mit KVG-Fahrscheinen nutzen. 1978 wurde diese Art der Tarifkooperation auf alle RVH-Linien, die im Einzugsbereich des KVG-Netzes fuhren, ausgeweitet. Die RVH übernahm die Linien von Bundesbahn und Bundespost.15
Neues KVG-Liniennetz (ab 1975)

Durch den Bau der Fußgängerzone in der Hamelner Altstadt konnten die Busse der KVG ab dem 1. Juni 1975 nicht länger über die Osterstraße, Bäckerstraße und den Pferdemarkt verkehren. Als Ersatz wurden neue Haltestellen entlang der Wallstraßen eingerichtet.

Mit dem neuen Liniennetz ab September 1975 nahm auch der neu errichtete Busbahnhof „City“ an der Stubenstraße seinen Betrieb auf. Die bisherige Kennzeichnung der Linien mit Buchstaben wurde durch Ziffern nach einem Vier-Sektoren-System ersetzt, wobei die Fahrgäste an der letzten Ziffer die grobe Fahrtrichtung der Linien ablesen konnten. Heute steht die erste Ziffer der Liniennummer für das entsprechende Zielgebiet.16
Finanzielle Lage und öffentliche Zuschüsse

Die finanzielle Situation der KVG verschlechterte sich in den 1970er Jahren schrittweise, vor allem aufgrund steigender Ausgaben für Personal und Treibstoff. Die immer wieder durchgeführten Fahrpreiserhöhungen konnten diese Belastungen nur zum Teil ausgleichen. Daher erhöhte sich das jährliche Defizit der KVG deutlich.

Um den Anstieg der Ausgleichszahlungen durch die Stadt Hameln zu begrenzen, wurden ab 1972 immer wieder Fahrplaneinschränkungen vorgenommen – vor allem abends und am Wochenende.

Seit 1976 beteiligte sich auch der Landkreis Hameln-Pyrmont als dritter Anteilseigner der KVG am Ausgleich des Defizits. Um die Kosten zu senken, wurden zum Jahreswechsel 1979/1980 die KVG-Anteile der Stadt Hameln auf die Stadtwerke Hameln übertragen. Durch den „steuerlichen Querverbund“ konnten fortan die Verluste der KVG mit den Gewinnen der Stadtwerke verrechnet und so der Zuschussbedarf begrenzt werden.17
  • KVG stellt erstmals Frauen für den Fahrdienst ein

  • Ab November 1979 waren die ersten acht Frauen für die KVG als Busfahrerinnen im Einsatz. Ermöglicht wurde dies vor allem durch die gezielte Einstellung von Teilzeitkräften. Da sich jedoch kein Mann auf die Stellen bewarb, setzte die KVG erstmals auf Frauen. Zunächst sorgte das für Aufsehen, doch ihr täglicher Einsatz wurde schnell zur Selbstverständlichkeit. „Sanft gelenkt werden nun auch Hamelner Fahrgäste...“ – Zitat aus dem Dewezet-Artikel vom 7. Dezember 1979.18 Heute liegt der Frauenanteil im Fahrdienst bei über 30 % – damit gehören die Öffis zu den Betrieben mit einem der höchsten Frauenanteile in diesem Bereich.
1980–1989
Defizite, AST und erste Reformen
Rückgang der Fahrgastzahlen und Sparmaßnahmen

In den 1980er Jahren ging das Fahrgastaufkommen deutlich zurück. Der Rückgang war vor allem auf sinkende Schülerzahlen – bedingt durch geburtenschwache Jahrgänge – und die zunehmende Abwanderung zum Individualverkehr zurückzuführen. Darauf reagierte die KVG immer wieder mit Fahrplankürzungen in den Schwachlastzeiten.19

Das Anruf-Sammel-Taxi (AST) als innovative Lösung

In Kooperation mit Professor Joachim Fiedler von der Universität Wuppertal führte die KVG ab Mai 1984 den Anruf-Sammeltaxen-Verkehr in den Abendstunden ein. Er ersetzte die bisherigen schwach nachgefragten Busfahrten. Das AST-Prinzip nach Hamelner Vorbild verbreitete sich schnell auch in vielen anderen Städten.

Ein großer Erfolg: 1988 verlieh der Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen der KVG für die durch den AST-Verkehr erzielten Einsparungen seinen ersten „Eisernen Sparorden“.20
Fahrzeugentwicklung

1980 nahm die KVG sechs neue Busse des Typs Mercedes O 305 in Betrieb, die bei den Fahrgästen besonders gut ankamen. Sie unterschieden sich von den bisherigen Modellen durch eine deutlich komfortablere Innenausstattung mit Stoffsitzbezügen. Außerdem waren es die ersten Busse der KVG mit abgeschlossener Fahrerkabine.

1987 traf dann der erste Standardbus der zweiten Generation in Hameln ein: ein MAN SL 202. Auf ihn folgten bis 1990 noch 13 weitere Fahrzeuge dieses Typs.

Vorübergehend setzte die KVG auch einen kleineren Midibus des Typs Mercedes O 402 ein, der sich im täglichen Betrieb aber nicht bewährte.

Wagen 48 (MAN SL 202, Baujahr 1988) mit
Rollbandanzeige (Anfang der 1990er Jahre)


Ab Oktober 1989 wurde außerdem ein neuer MAN SL 202 mit einem Rußpartikelfilter ausgestattet. Dies geschah im Rahmen eines Versuchs, der vom Bundesumweltministerium gefördert wurde. Zu einem Einsatz der Filter im großen Stil führte dies allerdings noch nicht.21

Maßnahmen für ein attraktiveres Angebot

Um neue Fahrgäste zu gewinnen und das Busfahren attraktiver zu gestalten, führte die KVG ab Oktober 1986 das Umwelt-Abonnement ein, das den Fahrgästen per Post nach Hause geschickt wurde. Mit dieser günstigen übertragbaren Monatskarte konnten die Busse im gesamten Liniennetz der KVG unabhängig von Tarifzonen genutzt werden. Fahrgäste mussten sich allerdings mindestens auf ein Jahr festlegen.

Ebenfalls neu für Hameln: Ab 1986 fand nun jedes Jahr ein Park-&-Ride-Verkehr an den verkaufsoffenen Samstagen vor Weihnachten statt.

Ganzjährig konnten die Fahrgäste hingegen von der schrittweisen Neugestaltung des Fahrplanangebots auf allen Hauptlinien der KVG profitieren, die mit einer klareren Vertaktung der Fahrten verbunden war und von 1988 bis 1991 umgesetzt wurde.

Züge der „City-Bahn“ zwischen Hameln und Emmerthal konnten ab September 1989 mit KVG-Fahrscheinen der Stufe 3 genutzt werden, die KVG-Buslinie 34 wurde am Bahnhof Emmerthal gezielt auf die Züge abgestimmt. Das Ziel dieser Maßnahmen wurde erreicht: die Rettung des von Stilllegung bedrohten Emmerthaler Bahnhofs.22
  • Ick gloob, dit nennt man Solidarität, wa?


  • Wagen 52 der KVG im Betriebshof Britz (Tempelhof) im Hilfseinsatz nach dem Mauerfall. Der Bus zeigt provisorisch die Linie 57, erkennbar am unbeschrifteten Seitenrollband.
    Auch die große Geschichte strahlt manchmal bis nach Hameln: Nach dem Fall der Berliner Mauer im Herbst 1989 hat die KVG einen Bus mit zwei Fahrern nach Berlin geschickt. Die KVG reagierte damit auf einen Hilferuf seitens der Berliner Verkehrsbetriebe, die aus eigenen Kräften nicht mehr in der Lage waren, den Massenansturm von bis zu einer Million DDR-Bürgern täglich zu bewältigen. Insgesamt 60 Unternehmen aus der Bundesrepublik waren an der Hilfsaktion beteiligt.23
1990–1999
Großangelegte Netzreformen und der „Nahverkehr aus einer Hand"
Erster Niederflurbus der KVG

Ende Juni 1991 traf der erste Niederflurbus vom Typ MAN NL 202 bei der KVG ein – ein Fahrzeugkonzept, das mittlerweile bei allen Bussen der Öffis anzutreffen ist. Anfang der 1990er Jahre war das jedoch etwas grundsätzlich Neues. Das Niederflurkonzept bietet vor allem eines: leichteren Zugang. Dank des stufenlosen Einstiegs und des nur leicht erhöhten Fahrzeugbodens gelingt das Ein- und Aussteigen deutlich einfacher – insbesondere für Eltern mit Kinderwagen, ältere Menschen oder Personen mit Behinderungen. Die zusätzlich mögliche Absenkung des Fahrzeugs erleichtert den barrierefreien Zugang noch einmal deutlich.24
Die Mobilitätszentrale

Am 15. Februar 1991 nahm im Rahmen eines EG-Forschungsprojekts die Mobilitätszentrale Hameln-Pyrmont ihren Betrieb auf. Neben der Erteilung von Auskünften zu Fahrzeiten, Umsteigemöglichkeiten oder Fahrpreisen im heimischen ÖPNV und darüber hinaus sollten von der neuen Einrichtung auch private Fahrgemeinschaften vermittelt werden. Geistiger Vater des Projekts war, wie bei der Einführung der Anruf-Sammeltaxen, Professor Joachim Fiedler aus Wuppertal. Ab Anfang 1992 konnte die Auskunftseinrichtung mit finanzieller Förderung des Landkreises Hameln-Pyrmont als „Mobilitätszentrale Hameln-Pyrmont“ fortgeführt werden.25
Der Weg zum „Nahverkehr aus einer Hand“: Gründung der Verkehrsgesellschaft Hameln-Pyrmont und Einführung des Gemeinschaftstarifs

Die neu gegründete Verkehrsgesellschaft Hameln-Pyrmont (VHP) startete zum 1. August 1993 ihren Betrieb und übernahm die Linienkonzessionen der Regionalbuslinien der RVH. Am selben Tag startete auch der neue kreisweit einheitliche Fahrscheintarif mit sieben Zonen. Die Tickets galten jetzt erstmals für alle KVG- und VHP-Linien. Zum 1. Januar 1994 traten auch die Stadtwerke Bad Pyrmont mit ihren Stadtbussen dem Gemeinschaftstarif bei.

Die VHP war vollständig im Besitz des Landkreises Hameln-Pyrmont. Durch dessen zusätzliches finanzielles Engagement konnten drastische Kürzungen im Angebot der RVH aus wirtschaftlichen Gründen verhindert werden.
Zum 1. Januar 1998 übernahm schließlich die neu gegründete Regionalverkehr Hameln-Pyrmont GmbH (RHP) den Hamelner Betrieb der Regionalverkehr Hannover (RVH). Die RHP befand sich zu 100 % im Besitz von Wesertal.

Die umgesetzten neuen Strukturen sollten den ÖPNV effizienter und kostengünstiger machen. So wurde jetzt beispielsweise der Fuhrpark von KVG und RHP gemeinsam für das gesamte Netz genutzt. Zur Kostenreduzierung wurden in den Folgejahren zudem in zunehmendem Maße Fahrleistungen an private Subunternehmen vergeben.26
Neues Liniennetz 1994

Am 29. Mai 1994 wurde ein neues Liniennetz mit einheitlichem, gemeinsamem Nummernsystem für alle Stadt- und Regionalbuslinien eingeführt, das in sieben Sektoren unterteilt wurde. Streckenführungen wurden so verändert, dass Parallelverkehre zwischen Stadt- und Regionalbuslinien möglichst vermieden wurden. Gleichzeitig wurde mit diesem Konzept ein von der Lokalpolitik verordneter „Deckelungsbeschluss“ zur Begrenzung des Defizitausgleichs umgesetzt: Dies führte zu zahlreichen Umstellungen von Linienfahrten auf Anruf-Sammeltaxen.27
Die Geburt der Öffis

Um das gemeinsame Verkehrsangebot besser zu vermarkten, führten die Unternehmen des Nahverkehrs Hameln-Pyrmont 1996 den heute beim Patentamt eingetragenen Markennamen „Öffis“ samt neuem Logo ein. Damit ersetzten sie die bisherigen Abkürzungen wie KVG, RHP, SWP oder VHP. Das Logo mit dem „Öffi“ als Maskottchen fungierte jetzt als Marke für sämtliche beteiligten Verkehrsunternehmen und sorgte für einen hohen positiven Wiedererkennungseffekt.

Teil dieser neuen Strategie waren auch die zwei neuen MAN-Niederflurbusse, die 1999 beschafft worden sind: Mit ihnen hielt ein neues Außen- und Innendesign Einzug. Die Außenlackierung wurde von Beige-Grün auf Weiß mit Zierstreifen in „Telemagenta“ umgestellt. Im Innenraum wurden seitdem blaue Veloursitze mit bunten Farbklecksen verwendet.

Im März 1999 erfolgte die Gründung des Fahrgastbeirats für alle Busunternehmen des Nahverkehrs Hameln-Pyrmont. Er soll ein Bindeglied zwischen Fahrgästen und den Betreibern des ÖPNV sein und besteht aus Vertretern verschiedenster Fahrgastgruppen, Fahrpersonal und Politik.28
Die Geburt der Öffis



Um das gemeinsame Verkehrsangebot besser zu vermarkten, führten die Unternehmen des Nahverkehrs Hameln-Pyrmont 1996 den heute beim Patentamt eingetragenen Markennamen „Öffis“ samt neuem Logo ein. Damit ersetzten sie die bisherigen Abkürzungen wie KVG, RHP, SWP oder VHP. Das Logo mit dem „Öffi“ als Maskottchen fungierte jetzt als Marke für sämtliche beteiligten Verkehrsunternehmen und sorgte für einen hohen positiven Wiedererkennungseffekt.

Teil dieser neuen Strategie waren auch die zwei neuen MAN-Niederflurbusse, die 1999 beschafft worden sind: Mit ihnen hielt ein neues Außen- und Innendesign Einzug. Die Außenlackierung wurde von Beige-Grün auf Weiß mit Zierstreifen in „Telemagenta“ umgestellt. Im Innenraum wurden seitdem blaue Veloursitze mit bunten Farbklecksen verwendet.

Im März 1999 erfolgte die Gründung des Fahrgastbeirats für alle Busunternehmen des Nahverkehrs Hameln-Pyrmont. Er soll ein Bindeglied zwischen Fahrgästen und den Betreibern des ÖPNV sein und besteht aus Vertretern verschiedenster Fahrgastgruppen, Fahrpersonal und Politik.28
  • Als aus Besuchermassen Fahrgäste wurden

  • Zum Konzert von Marius Müller-Westernhagen am 1. Juni 1990 im Weserbergland-Stadion hat die KVG einen Park-&-Ride-Verkehr auf die Räder gestellt: 29 Busse beförderten die rund 10.000 Konzertbesucher von den Parkplätzen am BHW und von der Fischbecker Landstraße aus ans Ziel.

    Auch am 13. August 1992 zum Konzert von Michael Jackson rollten wieder die Park-&-Ride-Busse der KVG ins Stadion: Zum Einsatz kamen 36 Busse. Insgesamt wurden rund 7.000 Konzertbesucher befördert.30
2000-2009
S-Bahn, „cityTakt“ und neue Herausforderungen
Neubau des Busbahnhofs am Bahnhof Hameln

Nach mehr als einem Jahr Bauzeit wurde am 2. Juli 1999 der für 4,2 Millionen DM neugestaltete Busbahnhof am Hamelner Bahnhofsplatz eingeweiht.
Vorteile der neuen Konstruktion: Durch die Überdachung des Wartebereiches sind die Fahrgäste jetzt besser vor Regen oder starker Sonneneinstrahlung geschützt. Außerdem muss zum Umsteigen keine Straße mehr überquert werden. Elektronisch gesteuerte Anzeigetafeln sorgen seitdem für eine bessere Fahrgastinformation und präsentieren die nächsten Abfahrtszeiten der Buslinien auf einen Blick.29

Seit kurzer Zeit in Nutzung: Der neu gebaute Busbahnhof am Bahnhof Hameln
Organisationsstruktur

Ab dem 1. Januar 2000 wurde die GWS Stadtwerke Hameln GmbH alleinige Gesellschafterin der KVG, an der sie zuvor bereits mit 50 Prozent beteiligt war. Dabei übernahmen die Stadtwerke die bisherigen Anteile des Elektrizitätswerks Wesertal (32,5 Prozent) sowie des Landkreises Hameln-Pyrmont (17,5 Prozent). Nach dem Verkauf von Wesertal an den finnischen Fortum-Konzern begann die Suche nach einem neuen Betriebsführer für die KVG. Im Anschluss an eine Übergangszeit mit der Regionalbus Braunschweig GmbH (RBB) ab dem 1. Juli 2001 haben schließlich die Stadtwerke Hameln ab dem 1. Januar 2003 auch die Aufgabe der Betriebsführung übernommen. Außerdem verkaufte Wesertal zum 31. Dezember 2002 alle Geschäftsanteile der Regionalverkehr Hameln-Pyrmont GmbH (RHP) und der Ende 1992 gegründeten Rattenfänger Reisen Bus und Touristik GmbH (RRH).31

Weltausstellung Expo 2000 und Start der S-Bahn Hannover

Aufgrund der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover trat im Hameln-Pyrmonter Nahverkehr ein neuer Fahrplan mit komplett überarbeiteten Abfahrtszeiten in Kraft. Ziel war die systematische Abstimmung der Busfahrpläne auf den 30-Minuten-Takt der Stadtexpress-Züge nach Hannover, um den erwarteten Ansturm der Expo-Besucher bewältigen zu können.

Im November 2000 wurden die Fahrpläne dann zum zweiten Mal in einem Jahr komplett neugestaltet. Anlass war jetzt die Einführung der S-Bahn-Linie S 5 nach Hannover, die seitdem im 30-Minuten-Takt mit Elektrotriebwagen anstelle der bisherigen lokbespannten Stadtexpress-Züge in die Landeshauptstadt fährt.32

Verbesserter Fahrgastservice und neue Technologien

1999 hat die KVG mit der stufenweisen Einführung des rechnergesteuerten Betriebsleitsystems (RBL) begonnen, mit dem u. a. Ampelphasen zugunsten der Busse beeinflusst werden können.

In der ersten Stufe waren damit folgende Maßnahmen verbunden: Ausrüstung der Busse mit Bordrechnern und datenfunktauglichen Funkgeräten, Einführung eines elektronischen Fahrausweisverkaufssystems in Bussen und Vorverkaufsstellen und die verbesserte Fahrgastinformation durch digitale Haltestellenanzeigen und Haltestellenansagen in den Bussen.

Eine weitere wichtige Neuerung wurde durch den neuen Betriebsführer der RBB möglich: Ab Juli 2001 wurden die Hamelner Busfahrpläne erstmals im Internet veröffentlicht. Zu finden waren sie als Verbindungsauskunft auf der Seite der RBB unter www.rbb-bus.de.
Seit Juni 2002 ist der Nahverkehr Hameln-Pyrmont unter www.oeffis.de mit eigener Webseite und ausführlichen Informationen im Internet vertreten.33

Eröffnung des neuen cityTakt-Netzes im November 2003
Netzentwicklung: Das „cityTakt“-Netz (ab 2003)

Nach einer mehrjährigen Diskussion über die Einführung eines modernen Stadtbussystems nach Lemgoer Vorbild hat am 29. November 2003 das neue Stadtbusnetz der KVG unter der Bezeichnung „cityTakt“ seinen Betrieb aufgenommen. Die bisherigen Linien wurden zu sechs Durchmesserlinien gebündelt (Linien 1, 2, 3, 5, 6 und 7). Die Busse trafen sich fortan am Hamelner Bahnhof alle 15 Minuten zum Rendezvous, wodurch systematische Umsteigeanschlüsse ermöglicht wurden. Außerdem bekamen jetzt alle Stadtteile eine umsteigefreie Direktverbindung in die Innenstadt. Mit der Linie 7 wurde das Wohngebiet entlang der Basbergstraße erstmals ganzjährig angebunden – und nicht mehr nur an Schultagen.

Die bisherige Linie 4 von Hameln nach Kirchohsen wurde eingestellt. Samstags nach 15 Uhr und sonntagnachmittags wurde das „cityTakt“-Netz durch das „Freizeitnetz“ der Linien 91 bis 93 und 95 bedient.34
Taktungen im „cityTakt“ und „regioTakt“

Die „cityTakt“-Linien verkehrten jeweils alle 30 oder alle 60 Minuten. Auf gemeinsamen Abschnitten fuhren sie sogar bis zu viermal pro Stunde.

Die vertakteten Hauptlinien im Regionalverkehr wurden jetzt unter der Bezeichnung „regioTakt“ vermarktet. Die Einführung des regelmäßigen 30-Minuten-Takts auf der Linie 20 nach Hessisch Oldendorf und der Linie 30 nach Aerzen bedeutete eine spürbare Verbesserung des Angebots.35

Weiterentwicklung des „cityTakts“ zur Eröffnung des neuen Einkaufszentrums „Stadtgalerie“ und des neuen Busbahnhofs „City/Pfortmühle“


Die Haltestelle "City/Pfortmühle" kurze Zeit nach Ihrer Eröffnung im März 2008
Am 8. März 2008 wurde der modernisierte Busbahnhof „City/Pfortmühle“ offiziell eröffnet. Im Vergleich zur früheren Anlage ist die Fläche nun etwas kompakter und deutlich übersichtlicher gestaltet. Überdachte Wartebereiche erhöhen den Komfort für Fahrgäste.

Zum Fahrplanwechsel am 9. März 2008 traten umfangreiche Änderungen im Stadtverkehr Hameln in Kraft: Die Betriebsdauer der Busse ist täglich um eine Stunde bis 21 Uhr verlängert worden. Um diese Ausweitung zu realisieren, wurden die regulären Linien 1 bis 7 montags bis freitags nach 18.30 Uhr durch das jetzt vergrößerte „Freizeitnetz“ der Linien 91 bis 95 ersetzt. Die Linien 91 bis 95 kamen am Wochenende jetzt ganztägig zum Einsatz.

Neu war zudem, dass fortan alle Stadtteile auch samstags nach 15 Uhr sowie sonntags am Nachmittag wieder regelmäßig mit dem Bus erreichbar waren – meist im 60-Minuten-Takt.

Ab dem 6. August 2009 wurde außerdem die Linie 50 neugestaltet, die seitdem stündlich alle wichtigen Orte im Bereich der Gemeinden Coppenbrügge und Salzhemmendorf anfährt.36
Neubau des Busbahnhofs am Bahnhof Hameln

Nach mehr als einem Jahr Bauzeit wurde am 2. Juli 1999 der für 4,2 Millionen DM neugestaltete Busbahnhof am Hamelner Bahnhofsplatz eingeweiht.
Vorteile der neuen Konstruktion: Durch die Überdachung des Wartebereiches sind die Fahrgäste jetzt besser vor Regen oder starker Sonneneinstrahlung geschützt. Außerdem muss zum Umsteigen keine Straße mehr überquert werden. Elektronisch gesteuerte Anzeigetafeln sorgen seitdem für eine bessere Fahrgastinformation und präsentieren die nächsten Abfahrtszeiten der Buslinien auf einen Blick.29

Seit kurzer Zeit in Nutzung: Der neu gebaute Busbahnhof am Bahnhof Hameln
Organisationsstruktur

Ab dem 1. Januar 2000 wurde die GWS Stadtwerke Hameln GmbH alleinige Gesellschafterin der KVG, an der sie zuvor bereits mit 50 Prozent beteiligt war. Dabei übernahmen die Stadtwerke die bisherigen Anteile des Elektrizitätswerks Wesertal (32,5 Prozent) sowie des Landkreises Hameln-Pyrmont (17,5 Prozent). Nach dem Verkauf von Wesertal an den finnischen Fortum-Konzern begann die Suche nach einem neuen Betriebsführer für die KVG. Im Anschluss an eine Übergangszeit mit der Regionalbus Braunschweig GmbH (RBB) ab dem 1. Juli 2001 haben schließlich die Stadtwerke Hameln ab dem 1. Januar 2003 auch die Aufgabe der Betriebsführung übernommen. Außerdem verkaufte Wesertal zum 31. Dezember 2002 alle Geschäftsanteile der Regionalverkehr Hameln-Pyrmont GmbH (RHP) und der Ende 1992 gegründeten Rattenfänger Reisen Bus und Touristik GmbH (RRH).31

Weltausstellung Expo 2000 und Start der S-Bahn Hannover

Aufgrund der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover trat im Hameln-Pyrmonter Nahverkehr ein neuer Fahrplan mit komplett überarbeiteten Abfahrtszeiten in Kraft. Ziel war die systematische Abstimmung der Busfahrpläne auf den 30-Minuten-Takt der Stadtexpress-Züge nach Hannover, um den erwarteten Ansturm der Expo-Besucher bewältigen zu können.

Im November 2000 wurden die Fahrpläne dann zum zweiten Mal in einem Jahr komplett neugestaltet. Anlass war jetzt die Einführung der S-Bahn-Linie S 5 nach Hannover, die seitdem im 30-Minuten-Takt mit Elektrotriebwagen anstelle der bisherigen lokbespannten Stadtexpress-Züge in die Landeshauptstadt fährt.32

Verbesserter Fahrgastservice und neue Technologien

1999 hat die KVG mit der stufenweisen Einführung des rechnergesteuerten Betriebsleitsystems (RBL) begonnen, mit dem u. a. Ampelphasen zugunsten der Busse beeinflusst werden können.

In der ersten Stufe waren damit folgende Maßnahmen verbunden: Ausrüstung der Busse mit Bordrechnern und datenfunktauglichen Funkgeräten, Einführung eines elektronischen Fahrausweisverkaufssystems in Bussen und Vorverkaufsstellen und die verbesserte Fahrgastinformation durch digitale Haltestellenanzeigen und Haltestellenansagen in den Bussen.

Eine weitere wichtige Neuerung wurde durch den neuen Betriebsführer der RBB möglich: Ab Juli 2001 wurden die Hamelner Busfahrpläne erstmals im Internet veröffentlicht. Zu finden waren sie als Verbindungsauskunft auf der Seite der RBB unter www.rbb-bus.de.
Seit Juni 2002 ist der Nahverkehr Hameln-Pyrmont unter www.oeffis.de mit eigener Webseite und ausführlichen Informationen im Internet vertreten.33

Eröffnung des neuen cityTakt-Netzes im November 2003
Netzentwicklung: Das „cityTakt“-Netz (ab 2003)

Nach einer mehrjährigen Diskussion über die Einführung eines modernen Stadtbussystems nach Lemgoer Vorbild hat am 29. November 2003 das neue Stadtbusnetz der KVG unter der Bezeichnung „cityTakt“ seinen Betrieb aufgenommen. Die bisherigen Linien wurden zu sechs Durchmesserlinien gebündelt (Linien 1, 2, 3, 5, 6 und 7). Die Busse trafen sich fortan am Hamelner Bahnhof alle 15 Minuten zum Rendezvous, wodurch systematische Umsteigeanschlüsse ermöglicht wurden. Außerdem bekamen jetzt alle Stadtteile eine umsteigefreie Direktverbindung in die Innenstadt. Mit der Linie 7 wurde das Wohngebiet entlang der Basbergstraße erstmals ganzjährig angebunden – und nicht mehr nur an Schultagen.

Die bisherige Linie 4 von Hameln nach Kirchohsen wurde eingestellt. Samstags nach 15 Uhr und sonntagnachmittags wurde das „cityTakt“-Netz durch das „Freizeitnetz“ der Linien 91 bis 93 und 95 bedient.34
Taktungen im „cityTakt“ und „regioTakt“



Die „cityTakt“-Linien verkehrten jeweils alle 30 oder alle 60 Minuten. Auf gemeinsamen Abschnitten fuhren sie sogar bis zu viermal pro Stunde.

Die vertakteten Hauptlinien im Regionalverkehr wurden jetzt unter der Bezeichnung „regioTakt“ vermarktet. Die Einführung des regelmäßigen 30-Minuten-Takts auf der Linie 20 nach Hessisch Oldendorf und der Linie 30 nach Aerzen bedeutete eine spürbare Verbesserung des Angebots.35

Weiterentwicklung des „cityTakts“ zur Eröffnung des neuen Einkaufszentrums „Stadtgalerie“ und des neuen Busbahnhofs „City/Pfortmühle“


Die Haltestelle "City/Pfortmühle" kurze Zeit nach Ihrer Eröffnung im März 2008
Am 8. März 2008 wurde der modernisierte Busbahnhof „City/Pfortmühle“ offiziell eröffnet. Im Vergleich zur früheren Anlage ist die Fläche nun etwas kompakter und deutlich übersichtlicher gestaltet. Überdachte Wartebereiche erhöhen den Komfort für Fahrgäste.

Zum Fahrplanwechsel am 9. März 2008 traten umfangreiche Änderungen im Stadtverkehr Hameln in Kraft: Die Betriebsdauer der Busse ist täglich um eine Stunde bis 21 Uhr verlängert worden. Um diese Ausweitung zu realisieren, wurden die regulären Linien 1 bis 7 montags bis freitags nach 18.30 Uhr durch das jetzt vergrößerte „Freizeitnetz“ der Linien 91 bis 95 ersetzt. Die Linien 91 bis 95 kamen am Wochenende jetzt ganztägig zum Einsatz.

Neu war zudem, dass fortan alle Stadtteile auch samstags nach 15 Uhr sowie sonntags am Nachmittag wieder regelmäßig mit dem Bus erreichbar waren – meist im 60-Minuten-Takt.

Ab dem 6. August 2009 wurde außerdem die Linie 50 neugestaltet, die seitdem stündlich alle wichtigen Orte im Bereich der Gemeinden Coppenbrügge und Salzhemmendorf anfährt.36
Der Neubau des Betriebshofs in Afferde

Spatenstich für den Neubau des Betriebshofes. v. l. n. r.: Afferdes Ortsbürgermeisterin Waltraud Mehring, Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Arnold und Hamelns Bürgermeisterin Ina Loth.


Mitte der 2000er Jahre war der Zustand des KVG-Betriebshofs in Afferde alles andere als zufriedenstellend – betroffen waren sowohl die Gebäude als auch die Arbeitsbedingungen und Abläufe.

Der Neubau begann im Oktober 2008 mit dem ersten Spatenstich auf dem 14.000 Quadratmeter umfassenden Betriebshof. Errichtet wurden Werkstatt, Waschhalle sowie Verwaltungs-, Sanitär- und Sozialräume in einem modernen Gebäudekomplex. Auch die Mobilitätszentrale und die Fahrdienstleitung fanden dort neue Räumlichkeiten.

Dies war die größte Investition in der KVG-Geschichte und sie belief sich auf rund 4,2 Millionen Euro. Am 9. Mai 2010 wurde der neue Betriebshof mit einem Tag der offenen Tür offiziell eröffnet.37

Alter Betriebshof

Neuer Betriebshof
  • Tag der Niedersachsen: Komplett anders unterwegs


  • Um den Besucheransturm zu bewältigen, wurden mehrere
    Park-and-Ride-Verkehre von verschiedenen Großparkplätzen durchgeführt
    Vom 19. bis 21. Juni 2009 fand in Hameln der Tag der Niedersachsen statt. Da während der siebentägigen Veranstaltung die für den Busverkehr wichtigen Straßen Ostertorwall und Kastanienwall sowie der als Bühne genutzte City-Busbahnhof gesperrt waren, mussten KVG und VHP für diese Zeit ein komplett neues Fahrplankonzept entwickeln und umsetzen. Zusätzlich wurden Park-&-Ride-Linien eingesetzt.

    Die Mitarbeiter waren an den drei Veranstaltungstagen ungewöhnlich lange im Einsatz, da die Busse bis spät nachts und auch am Sonntagvormittag fuhren. So konnten viele Besucher auch die zahlreichen Abendveranstaltungen entspannt genießen.38
2010–Heute
Aktuelle Entwicklungen und die Zukunft des ÖPNV
Neues Tarifsystem 2011

Der Nahverkehr Hameln-Pyrmont führte zum 1. August 2011 ein neues, vereinfachtes Tarifsystem mit weniger Zonen und Preisstufen ein. Ein Flächentarif ersetzte das bisherige Ringsystem. Anstelle der bisherigen sieben Zonen und Preisstufen wurden drei Preisstufen eingeführt, ergänzt durch die Stufe N für Kurzstrecken. Zukünftig zählte eine Kommune jeweils als eine Tarifzone.39

Netzreform 2013

Zum Fahrplanwechsel im August 2013 wurde zur Begrenzung der Kosten ein Paket mit Sparmaßnahmen umgesetzt: Die Linie 4 wurde auf dem Weg nach Halvestorf um die Strecke über Haverbeck erweitert. Die Linie 28 Richtung Hemeringen verkehrt seitdem zwischen Hameln und Haverbeck jedoch nur noch zu den Hauptschülerverkehrszeiten. Die Linie 5 fährt zwischen Tündern und Welliehausen statt wie meist bisher im 30-Minuten-Takt nur noch im 60-Minuten-Takt. Außerdem wurden die Linienäste der Tages- und Freizeitlinien zum Teil neu kombiniert.40

Große Tarifreform und Fusion der Verkehrsunternehmen

2015 setzte eine Diskussion über Sparmaßnahmen beim Busverkehr ein, die letztendlich das Gegenteil bewirkte: Im Sommer 2016 beschloss der Kreistag nach emotionaler Debatte eine umfassende Reform des Busverkehrs im Landkreis Hameln-Pyrmont.

Der Landkreis Hameln-Pyrmont übernahm am 1. Januar 2017 die komplette Zuständigkeit für den Busverkehr unter dem Dach der VHP. Die Linien von KVG und Stadtwerken Bad Pyrmont wurden an die VHP abgegeben. Gleichzeitig verstärkte der Landkreis sein finanzielles Engagement für den ÖPNV erheblich.

Zum gleichen Zeitpunkt trat ein neues, vereinfachtes Tarifsystem mit günstigeren Fahrpreisen in Kraft. Seitdem gelten nur noch zwei Tarifstufen: „Nah“ für Fahrten innerhalb einer Kommune und „Fern“ für Fahrten über die Gemeindegrenzen hinaus und kreisweit.

Einzelfahrscheine kosteten 2 bzw. 3 Euro bei einer Gültigkeit von zwei Stunden für beliebig viele Umstiege. Für die Fahrgäste besonders bemerkenswert: Monatskarten wurden mit 25 bzw. 35 Euro deutlich günstiger und attraktiver als bisher. Vermutlich handelt es sich hierbei um den günstigsten Tarif deutschlandweit.41

Netzreform mit erweitertem Angebot

Ab Februar 2017 wurden außerdem Angebotsausweitungen bei einem Teil der Buslinien vorgenommen: Auf mehreren Hauptachsen entstanden durch Kombination zweier Linien neue 15-Minuten-Takte. Dies betraf die Linien 3 und 6 sowohl nach Afferde als auch nach Klein Berkel sowie die Linien 7 und 30 nach Wangelist. Zusätzlich konnten die Fahrgäste vom Hohen Feld alle 15 Minuten in den Bus einsteigen.

Im Bereich des Freizeitnetzes wurde das Angebot für samstagnachmittags auf mehreren Linien auf 30- bzw. 60-Minuten-Takt verdoppelt. Im Überlandverkehr wurden insbesondere die Hauptlinien 20, 30 und 50 gestärkt.

Die ergriffenen Maßnahmen sollten die Abwärtsspirale aus steigenden Fahrpreisen und schrumpfendem Angebot stoppen und umkehren. Die wachsenden Fahrgastzahlen seit 2017 zeigen, dass dieses Konzept erfolgreich war.42

Bürgerbus Coppenbrügge 2014
Flexible Bedienungsformen für den ländlichen Raum: Bürgerbus und Rufbus

Zum 1. Juli 2014 hat der Bürgerbus Coppenbrügge als erster im Landkreis seinen Betrieb aufgenommen. Zum Einsatz kam ein Niederflur-Kleinbus, der von ehrenamtlichen Fahrern gesteuert wurde. Der Bürgerbus Bad Münder startete im Juni 2016 seinen Betrieb zu den Kliniken am Deisterhang, und seit Mai 2018 ergänzt der Bürgerbus in Salzhemmendorf das Angebot mit zusätzlichen Verbindungen.

Am 22. August 2018 wurde der neue Rufbus Ilsetal offiziell eröffnet. Er ergänzt das Angebot der Buslinien 43 und 44 für die Emmerthaler Dörfer rechts der Weser. Der Rufbus ermöglicht eine häufigere und flexiblere Anbindung dieser Orte, mit kürzeren Fahrtzeiten als im regulären Linienverkehr. Der Rufbus Hessisch Oldendorf ist seit Februar 2020 für mehrere Zielgebiete verfügbar, und seit August 2020 verbinden Rufbusse u. a. Flegessen, Klein Süntel, Herkensen und Hohnsen mit der Linie 10 in Hasperde.43

Der Rufbus Hessisch Oldendorf auf dem Weg von Friedrichsburg nach Heßlingen
Die Corona-Pandemie und ihre Folgen

Durch die für alle unerwartete Corona-Pandemie kam es auch im Busverkehr der Öffis ab Frühjahr 2020 zu erheblichen Auswirkungen. Als Reaktion auf die sinkenden Fahrgastzahlen und zur Minimierung des Infektionsrisikos wurde das Fahrtenangebot zeitweise reduziert. In allen Bussen wurden außerdem nachträglich Schutzscheiben an den Fahrerplätzen eingebaut.
Dem Schutz vor Ansteckungen diente besonders auch die Verwendung von Atemschutzmasken, die bis Anfang Februar 2023 für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel vorgeschrieben war. Die Öffis waren während der Pandemie aber immer im Einsatz.45
Fahrplanwechsel ab 15.08.2019 bringt 15-Minuten-Takt für Aerzen

Auf der Linie 30 wird das Angebot zwischen Hameln und Aerzen wegen hoher Nachfrage montags bis freitags tagsüber auf einen 15-Minuten-Takt verdoppelt. Jede zweite Fahrt wird als Ersatz für die Linie 7 durch das Neubaugebiet Wangelister Feld geführt.44

Linie 30 auf dem Weg nach Aerzen über Wangelister Feld
Zukunft E-Mobilität

Auf Beschluss des VHP-Aufsichtsrats sowie der Lokalpolitik soll der Fuhrpark der Öffis ab 2026 schrittweise von Verbrennern auf Elektrobusse umgestellt werden. Dafür ist ein Zeitraum von zehn Jahren vorgesehen. Die Aufladung der Busse soll auf dem Betriebshof in Afferde vorgenommen werden. Dafür sind in den nächsten Jahren dort Umbauten geplant, um Ladesäulen zu installieren und die Werkstatt für E-Fahrzeuge umzurüsten.

Durch diese Umstellung wird der lokale CO₂-Ausstoß der Busflotte im Vergleich zur heutigen Situation um rund 85 Prozent reduziert. Bis zur vollständigen Elektrifizierung wird die Flotte weiterhin mit Dieselbussen der aktuell höchsten Abgasnorm Euro 6 modernisiert.46
Testeinsätze von Elektrobussen

2023 und 2024 wurden bei den Öffis versuchsweise Elektrobusse der Hersteller Mercedes-Benz, MAN, King Long und Wisdom im normalen Linienverkehr eingesetzt. Mit diesen Tests wollten die Öffis herausfinden, welches Fahrzeug am besten zu den Anforderungen des regionalen Nahverkehrs passt – besonders im Hinblick auf die hohen Anschaffungskosten.47
Die geplante Netzüberarbeitung

Für die Zukunft ist eine Überarbeitung des Busliniennetzes geplant. Die Anzahl an Fahrplankilometern soll bestehen bleiben, aber besser an die Nachfrage angepasst werden, um mehr Fahrgäste zu gewinnen, Einnahmen zu steigern und Kosten zu senken. Als Planungsgrundlage sollen u. a. Daten der automatischen Fahrgastzählanlagen in den Bussen, Mobilfunkdaten, aber auch Rückmeldungen der Fahrgäste und Fahrpersonale genutzt werden.

Mit der Einführung eines neuen Corporate Designs samt neuem Öffis-Logo und einer dazu passenden Umfirmierung von der Verkehrsgesellschaft Hameln-Pyrmont mbH zur Öffis Nahverkehr Hameln-Pyrmont GmbH passen Marken- und Firmenname nun zusammen und sorgen für einen einheitlichen Gesamtauftritt des Busverkehrs in Hameln-Pyrmont.

100 Jahre Busverkehr im Landkreis Hameln-Pyrmont – das ist viel mehr als nur die Geschichte von Fahrplänen und Haltestellen. Es ist die Geschichte einer lebendigen Region, die durch Generationen geprägt wird, die täglich mit den Öffis unterwegs sind.



Dieses Jubiläum markiert keinen Abschluss, sondern einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft. Mit dem neuen Liniennetz ab 2026, der Einführung der ersten E-Busse bereits im kommenden Jahr und einem langfristigen Auftrag für die nächsten 15 Jahre sind die Weichen klar gestellt.



Denn auch nach einem Jahrhundert bleibt eines unverändert: Die Öffis setzen sich mit vollem Einsatz dafür ein, den Nahverkehr im Landkreis kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern.