Am 20. Juni 1945 wurde der Busverkehr in bescheidenem Umfang und unter problematischen Rahmenbedingungen wieder aufgenommen. Laut KVG-Geschäftsbericht aus dem Jahr 1945 stellten verschlissene Fahrzeuge und ein akuter Mangel an Reifen, Ersatzteilen und Treibstoff eine große Herausforderung für den täglichen Betrieb dar. Erschwerend kam auch der schlechte Zustand vieler Straßen hinzu, wie der Geschäftsbericht von 1947 verdeutlicht.
Mit dem zur Verfügung stehendem Fuhrpark wurden mehrere „Überlandbuslinien“ eingerichtet, um ausgewählte Dörfer des Umlandes mit dem zur Verfügung stehenden Fuhrpark Hameln zu verbinden. Fahrten fanden lediglich morgens, mittags und zur Feierabendzeit statt. Somit konnten wesentliche Verbindungen für Schüler und Berufstätige gewährleistet werden.
Auf diese Weise bot die KVG gerade auch den zahllosen Evakuierten und Flüchtlingen auf den Dörfern ein Mindestmaß an Fahrtmöglichkeiten nach Hameln und zu den Zugverbindungen, die nach und nach wieder in Gang kamen. Die Zahl der Fahrgäste auf den Überlandlinien nahm stetig zu – vor allem im Berufsverkehr waren die Busse häufig an der Kapazitätsgrenze. Um den Andrang zu bewältigen, wurden zusätzlich Schaffner eingesetzt. Verstärkt wurde die angespannte Situation durch eine akute Fahrzeugknappheit, die sich noch verschärfte, als die Amerikaner bei ihrem Abzug einen Bus samt Anhänger beschlagnahmten.
Busparade zum 25-jährigen Jubiläum der KVG 1950, Betriebshof auf dem Wesertalgelände an der BahnhofstraßeErst 1947 erhielt die KVG im Rahmen der Zwangsbewirtschaftung zwei neue Busfahrgestelle von Büssing. Nutzen konnte man sie zunächst jedoch nicht, da die passenden Karosserieaufbauten erst über ein Jahr später geliefert wurden.
Angesichts dieser beschränkten Verhältnisse konzentrierte sich die KVG zunächst auf die Überlandlinien. Der Stadtverkehr nach Wangelist wurde nur in beschränktem Umfang wieder aufgenommen.
Nach der Währungsreform 1948 konnte die KVG das Angebot auf der Linie A erstmals wieder deutlich ausweiten: Ab dem 24. Oktober 1949 fuhr die Linie A alle 20 Minuten in den Hauptverkehrszeiten und alle 40 Minuten in den übrigen Zeiten.
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